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Soziale Gruppenarbeit

WaldLäufer

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WaldLäufer

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WaldLäufer ist ein soziales Gruppenangebot, bei dem die Teilnehmenden durch Bewegung und Naturerleben ein Bewusstsein für ihr direktes natürliches Umfeld und damit u. a. einen Bezug zur Funktion, Gestaltung und Geschichte ihrer Umgebung entwickeln.

Die Zielgruppe

Das Angebot richtet sich an ältere Kinder und Jugendliche, die durch soziales Lernen gefördert werden, um Entwicklungsschwierigkeiten zu überwinden und Verhaltensprobleme zu bewältigen (vgl. § 29 SGB VIII).

Geeignet ist das Angebot insbesondere für junge Menschen:

  • mit problematischem Medienkonsum,
  • ohne adäquate Nachmittagsbeschäftigung oder
  • mit hohem Bewegungsdrang, bzw. mangelnder Bewegung im Alltag.
 

Ebenso passend ist das Angebot für diejenigen, die in einem belasteten Umfeld leben und sich u. a. dadurch entweder sozial distanzieren oder oppositionell verhalten. Daher richtet sich WaldLäufer auch an Kinder und Jugendliche, welche in depressiven Episoden verharren, von einer ADHS- oder Autismus-Symptomatik betroffen sind, an einem mangelnden Selbstwert leiden oder andere psychische, psychosoziale oder psychosomatische Symptome aufweisen und hierdurch Herausforderungen im Alltag oder ihrer Entwicklung erleiden.

Die Leistung

Der Fokus der Leistungsgestaltung liegt auf niedrigschwelliger, ressourcen- und lebensweltorientierter Aktivierung der Teilnehmenden durch individuelle Bewegungs- und Erlebnisangebote in der Gruppe. Hierzu gehören i. d. R. Wanderungen, Spaziergänge oder Fahrradtouren sowie Ausflüge beispielsweise zum Wurmberg in Braunlage oder zum Erlebnis-Bocksberg in Hahnenklee. Ebenso zählen kulturelle Erlebnisse, wie Museumsbesuche, Ausflüge zu besonderen Orten der Umgebung (z. B. Stauseen oder Naturdenkmäler) oder geführte Wanderungen zum Angebot. Im Zentrum steht das „Draußen-Sein“. Sollte u. a. wetterbedingt ein Indoor-Angebot notwendig sein, stehen beispielsweise Besuche des „Kanguroom“ in Bad Harzburg oder des „Pixelmania“ in Goslar auf dem Plan. Die Gestaltungsideen werden grundsätzlich partizipativ mit den Teilnehmenden erarbeitet.

Bereichert wird das Angebot durch individuelle „Challenges“, wie Geo-Caching, Schnitzeljagden oder andere erlebnis- oder naturpädagogische Angebote.

Der Ablauf

Vor Beginn der Teilnahme wird im Rahmen der Hilfeplanung mit jeder/m Teilnehmenden sowie den entsprechenden Erziehungsberechtigten ein Erstgespräch durchgeführt, um einerseits das Angebot und die pädagogische Fachkraft vorzustellen und andererseits eventuelle Teilnahmehürden zu erkennen und möglichst im Vorfeld abzubauen. „Wie gelangt er/sie zum Angebot?“, „An welchen Wochentagen wird an WaldLäufer teilgenommen?“, sind beispielhafte Fragen, welche im Vorfeld geklärt werden. Ein Fahrdienst ist durch das Harzwerk im Einzelfall grundsätzlich leistbar.

Am Durchführungstag treffen sich die Teilnehmenden am Durchführungsort. Dort erscheinen sie in der Zeit von 14:00 bis ca. 14:30 Uhr und kehren in der Zeit von ca. 18:30 bis 19:00 Uhr wieder nach Hause.

Im Laufe des Hilfezeitraums werden die zuständigen Kolleg*innen des öffentlichen Jugendhilfeträgers bedarfsentsprechend über die Entwicklung des jeweiligen jungen Menschen informiert. Zum Ende des Hilfezeitraums, wird standardmäßig ein partizipativer Bericht über Verlauf, Zielerreichung und Perspektive erstellt.

(Sozial)Pädagogische Ziele

Die Leistungsgestaltung betrachtet die individuellen Bedürfnisse und Kompetenzen (Ressourcen) der Teilnehmenden sowie deren Bedarfe und Herausforderungen (u. a. Hilfeplanziele), um spezifische, passgenaue Angebote durchzuführen und eine nachhaltige, gruppendynamische Entwicklung zu initiieren. Hierbei haben die Impulse des Einzelnen Auswirkungen auf die Gruppe und umgekehrt, sodass einzigartige Arrangements für (Lern)Erfahrungen entstehen. Diese intensiven, individuellen Erfahrungen in der Gruppe und die professionelle Begleitung durch die pädagogischen Fachkräfte schaffen Gelegenheiten, Vertrauen in sich und die Gruppe zu entwickeln, neue Impulse zu erhalten und damit konstruktive Verhaltensänderung nachhaltig zu sichern. Mögliche aufkommende Konflikte innerhalb der Gruppe werden aufgegriffen und reflektierend in den Hilfeprozess miteingewoben.

Neben dem gruppendynamischen Fokus wird auch der Einzelne betrachtet, sodass individuelle Bedarfslagen erkannt und passgenaue Unterstützungsangebote vermittelt oder ggf. geleistet werden. Dementsprechend gehört auch der regelmäßige und schwerpunktmäßige Austausch mit den Eltern, bzw. Erziehungsberechtigten, zur Leistung, um so eine Festigung der erreichten Hilfeziele auch nach Beendigung des Angebots zu ermöglichen.

Durch Bewegung und Naturerleben erhalten die Teilnehmenden ebenso ein Bewusstsein für ihr direktes natürliches Umfeld und damit einen Bezug zur Funktion, Gestaltung und Geschichte ihrer Umgebung. Die Natur erfahren sie darüber hinaus als Ort der Entspannung und Erholung, um den Alltag hinter sich zu lassen, eine andere Perspektive einzunehmen, Aggressionen loszuwerden und neue Kraft zu tanken.

Das Personal

WaldLäufer wird von pädagogischen Fachkräften entsprechend der o. g. Leistungsvereinbarung erbracht. Demnach obliegt die (pädagogische) Verantwortung immer einer/m ausgebildeten Sozialpädagog/-arbeiter/in mit Studienabschluss (B. A., M. A. oder Diplom) oder einer/m Mitarbeitenden/m mit gleichwertiger Ausbildung.

Der Personalschlüssel beträgt eins (Fachkraft) zu fünf (Klient*innen), sodass die Gruppe ab sechs Klient*innen von mindestens zwei pädagogischen Fachkräften mit Studienabschluss (s. o.) geleitet wird. Zudem kann die Gruppe durch pädagogische Fachkräfte, wie Sozialassistent*innen und Erzieher*innen, oder durch Mitarbeitende gleichwertiger Professionen mit Berufsabschluss unterstützt werden.

Darüber hinaus haben u. a. Schüler*innen der (Berufs-)Fachschule Sozialpädagogik sowie Studierende der Sozialen Arbeit die Möglichkeit, an der Leistungsdurchführung teilzunehmen (Hospitation) oder eigene Angebote in enger Begleitung durch die verantwortliche pädagogische Fachkraft der jeweiligen Profession durchzuführen (Praktikum).

Termine

➔ im Landkreis Goslar

ab 01.04.2026

montags bis freitags: 14:00 – 19:00 Uhr

Treffpunkt: Harzwerk-Zentrale (Herzog-Julius-Straße 48 in 38667 Bad Harzburg)